Close Up von Schimpansen Gigi

Giggi: Ein junger Schimpanse in Ketten

Ein sehr junger Schimpanse, Opfer des illegalen Handels und extremer Vernachlässigung, fand bei AAP eine neue Chance. Das Tier, das höchstens vier Jahre alt ist, wurde von der italienischen Carabinieri in schockierenden Zuständen auf Sizilien entdeckt. Giggi, der in seinem Alter noch als Kleinkind gilt, war mit einer nur zwei Meter langen Kette angebunden. Diese hatte sich tief in seine Leiste geschnitten und schwere Verletzungen verursacht. Die ständige Bewegungseinschränkung führte zudem zu stereotypem, unnatürlichem Verhalten, was ein deutliches Anzeichen für anhaltenden Stress und Leid darstellt.

Allein und angekettet

Eva Schippers, Leiterin der Rettung und Rehabilitation bei AAP, betonte bei der Übernahme, sie habe gehofft, im Jahr 2026 keine solchen erschütternden Geschichten mehr zu erleben. Ein Schimpanse gehöre in eine soziale Gruppe und nicht allein an einer Kette in einem Garten. Besonders in diesem Alter, in dem die Mutter dringend gebraucht wird, sei das Leid kaum vorstellbar. Durch die Kettenhaltung wies Giggi nicht nur Verletzungen, sondern auch kahle Stellen an den Oberschenkeln auf.

Schimpanse Giggi in der Notaufnahme bei AAP
Durch die Kettenhaltung trägt Giggi Verletzungen und kahle Stellen an den Oberschenkeln davon.

Illegaler Handel und die Gefahr für Mensch und Tier

In Italien gelten Schimpansen als Gefahr für die öffentliche Gesundheit und Sicherheit und stehen unter dem höchsten Schutz der CITES-Konvention. Der ehemalige Besitzer gab an, das Tier auf dem Schwarzmarkt in Malta erworben und ohne Genehmigung nach Italien gebracht zu haben. Dieser Fall zeigt die anhaltende Nachfrage nach exotischen Haustieren und die dringende Notwendigkeit strengerer Gesetze und Kontrollen in ganz Europa, um solches Leid zu beenden.
Obwohl der kommerzielle Handel mit Schimpansen durch CITES verboten ist, dürfen sie in einigen Ländern noch als Haustiere gehalten werden. Deshalb setzt sich AAP für Positivlisten ein, die den Tierschutz priorisieren und verhindern, dass Primaten und andere Wildtiere in die Hände von Menschen geraten, die ihnen keine artgerechte Haltung bieten können.

Internationale Zusammenarbeit für eine bessere Zukunft

Nach der Entdeckung wurde AAP von den CITES-Carabinieri in Rom über den Fall informiert. Während Giggi vorübergehend im Bioparco di Roma untergebracht war, erarbeitete das AAP-Team einen Plan für seinen Transport, die rechtliche Abwicklung und die intensive Betreuung. Ein Team aus sechs Fachleuten erwartete ihn bei seiner Ankunft im Rettungszentrum in Almere. Sie kümmern sich rund um die Uhr um Giggi, damit er Sicherheit und Geborgenheit spürt. Nach einer dreimonatigen Quarantäne wird geprüft, ob Giggi eine passende Pflegemutter innerhalb oder außerhalb von AAP finden kann.

Ein neuer Anfang für Giggi

Giggi ist nun in Sicherheit, doch die Spuren seiner Vergangenheit sind noch sichtbar. Sein Schicksal unterstreicht die Dringlichkeit, den illegalen Wildtierhandel zu stoppen und den Schutz von Primaten zu stärken.

Schimpanse Giggi ist in eine Decke eingewickelt, um sich zu wärmen.

Affen als Haustiere in Deutschland

Leider dürfen auch in Deutschland Primaten als Haustier gehalten werden. AAP appelliert daher an die Politik: Es brauchte eine Positivliste für Heimtiere. Diese Liste definiert bundesweit, welche Tierarten als Haustiere geeignet sind und gehalten werden dürfen. Unabhängige Experten bestimmen die zulässigen Tierarten und können dabei Kriterien wie Tiergesundheit, Sicherheit und Artenschutz berücksichtigen.

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