Der Berberaffe Chitto wurde einer deutschen Familie als Geburtstagsgeschenk überreicht. Mit nur wenigen Monaten wurde er seiner Mutter entrissen und wuchs als Hausaffe auf. Schnell entwickelte er eine enge Bindung zu seiner Besitzerin. Sobald sie nicht in seiner Nähe war, wurde er unruhig und laut. Fremden gegenüber zeigte er Angst. Bald war die Situation für die Besitzer nicht mehr tragbar, und sie wollten den illegal gehaltenen Berberaffen abgeben. Zum Glück fand Chitto bei AAP eine neue Perspektive.
Die Bedeutung mütterlicher Fürsorge für Berberaffen
Berberaffen leben von Natur aus in engen sozialen Gruppen, in denen Mütter eine zentrale Rolle spielen. Sie versorgen ihre Jungen nicht nur mit Nahrung, sondern geben ihnen auch Wärme, Schutz und vermitteln wichtige soziale Fähigkeiten. Chitto musste all das entbehren. Als er bei AAP ankam, zeigte sich schnell, dass sein Verhalten tiefgreifende Spuren trug. Er war extrem unruhig, kaum zur Ruhe zu bringen, und streckte den Pflegerinnen und Pflegern verlangen seine dünnen Arme entgegen. Studien und Erfahrungen zeigen, dass junge Berberaffen, die ohne mütterliche Fürsorge aufwachsen, lebenslang unter den Folgen leiden. Selbstverletzendes Verhalten und Schwierigkeiten im Umgang mit Artgenossen sind häufige Spätfolgen, die ab dem dritten bis fünften Lebensjahr auftreten können.
Beatrix: Eine Pflegemutter als Schlüssel zur Genesung
Um Chitto die bestmögliche Chance auf ein artgerechtes Leben zu geben, soll er bald eine Pflegemutter an seiner Seite haben. Die erfahrene Berberaffen-Dame Beatrix könnte diese Rolle übernehmen. Sie soll ihm nicht nur Nähe und Trost spenden, sondern ihm auch helfen, sich in eine Gruppe zu integrieren. Durch ihre Fürsorge lernt Chitto, wie man mit anderen Affen umgeht, spielt und sich gegenseitig pflegt. Eine solche Bindung verringert Stress, fördert die emotionale Stabilität und beugt Verhaltensstörungen vor.
Erste Schritte in ein neues Leben
Die ersten Begegnungen zwischen Chitto und Beatrix verlaufen vorsichtig, da beide sich erst aneinander gewöhnen müssen. Doch die Hoffnung ist groß, dass mit der Zeit eine enge, fürsorgliche Beziehung entsteht. Für Chitto bedeutet das die Chance, endlich das zu lernen, was ihm von Anfang an gefehlt hat, nämlich ein normales Leben als Berberaffe.
Affen als Haustiere in Deutschland
Leider dürfen auch in Deutschland Primaten als Haustier gehalten werden. AAP appelliert daher an die Politik: Es brauchte eine Positivliste für Heimtiere. Diese Liste definiert bundesweit, welche Tierarten als Haustiere geeignet sind und gehalten werden dürfen. Unabhängige Experten bestimmen die zulässigen Tierarten und können dabei Kriterien wie Tiergesundheit, Sicherheit und Artenschutz berücksichtigen.


