Illegaler
Tierhandel

Schimpanse Linda wurde aus der Wildnis geschmuggelt
und war jahrelang allein eingesperrt.

Von ihrer Familie gerissen

In unseren Rettungszentren sehen wir sie nur allzu oft: Tiere, die aus der Wildnis geraubt und illegal nach Europa geschmuggelt wurden, zum Beispiel in Taschen oder im Kofferraum eines Autos. Sie wurden ihren Familien in der Wildnis entrissen, um dann in der Einsamkeit als Haustiere oder Touristenattraktionen zu enden.

So erging es zum Beispiel der Schimpansin Linda: Sie wurde aus der Wildnis geraubt, musste am Strand Menschen unterhalten und wurde dann jahrelang in einem Schuppen eingesperrt. Oder nehmen Sie die kleinen Affen Sulley und Boo, die wir mehr tot als lebendig auf einem Flughafen in Spanien gefunden haben.

Viele bedrohte Arten, die international geschützt sind, fallen leider immer noch in die Hände von Händlern. Dieser illegale Handel mit Wildtieren ist eine der lukrativsten Formen des organisierten Verbrechens.

Experten schätzen, dass jährlich zwischen 8 und 20 Mrd. EUR eingenommen werden.

Gleichzeitig sind die Durchsetzungsmöglichkeiten begrenzt und es fehlt oft an abschreckenden Sanktionen. Infolgedessen ist der illegale Handel mit Wildtieren immer noch weit verbreitet, und dies wo 25 % der Tierarten vom Aussterben bedroht sind.

Sulley und Boo wurden auf einem Flughafen mehr tot als lebendig aufgefunden.

Mangel an Auffangeinrichtungen

Ein weiteres Problem ist, dass es in Europa zu wenige gute Auffangeinrichtungen für Wildtiere gibt. Wenn die Behörden ein illegal gehandeltes Wildtier finden, müssen sie es beschlagnahmen und geeignete Unterbringung finden. Leider gibt es nur wenige geeignete Auffangstationen, was dazu führt, dass Wildtiere in minderwertigen Auffangstationen landen, wo sie nicht richtig versorgt werden.

Infolgedessen sterben einige Tiere oder werden sogar eingeschläfert. Darüber hinaus werden einige Tiere wieder dem illegalen Handel zugeführt oder gar nicht erst beschlagnahmt, weil es keine geeigneten Unterbringungsmöglichkeiten gibt.

Die Lösung

Als Rettungszentrum für konfiszierte Wildtiere ist AAP ein wichtiges Glied im Kampf gegen den illegalen Wildtierhandel. Als Lösungspartner für Vollzugsbehörden nehmen wir unzählige beschlagnahmte Wildtiere auf. In dieser Funktion setzen wir uns auch europaweit ein für:

  • besseren Schutz gefährdeter Wildtierarten
  • bessere Durchsetzung der Vorschriften zur Bekämpfung des illegalen Handels mit Wildtieren
  • bessere Unterbringung von beschlagnahmten Tieren

Ergebnisse

  • AAP hat im Zeitraum 2001-2021 über 900 beschlagnahmte Tiere aufgenommen.
  • AAP hat das spezielle Born to be Wild-Projekt ins Leben gerufen, um den Berberaffen vor Wilderei, illegalem Handel und der Zerstörung seines Lebensraums zu schützen.
  • Unter anderem dank der Bemühungen von AAP hat der Berberaffe seit 2016 den höchstmöglichen Schutzstatus. Dies bedeutet, dass diese stark gefährdete Art nicht mehr gehandelt werden darf.
  • Im Jahr2019 hat AAP zusammen mit anderen Organisationen die EU und die EU-Mitgliedstaaten aufgefordert, sich für mehr und bessere Schutzeinrichtungen für Wildtiere einzusetzen und auch mehr Geld dafür bereitzustellen. Die Empfehlungen wurden während einer wichtigen Veranstaltung des Europäischen Parlaments zu Fragen des europäischen Auffangproblematik vorgestellt. Das Europäische Parlament hat diese Empfehlungen in seinem Bericht über die EU-Biodiversitätsstrategie aufgegriffen.
Die Geschichte der
Schimpansin Linda
Lindas Lebensgeschichte ist furchtbar traurig: Als Baby wurde sie von ihrer Mutter getrennt und an ein Ehepaar auf Lanzarote verkauft.

Sie wurde in ein enges Kostüm gesteckt und als Fotorequisite benutzt. Als sie dafür zu groß und stark wurde, sperrte man sie dreißig Jahre lang ganz allein in einen kahlen Betonschuppen.

Glücklicherweise konnte dem dank der Bemühungen von AAP ein Ende gemacht werden, und sie lebt jetzt mit mehreren ihrer Artgenossen zusammen.