Berberaffe sitzt auf einem Ast in einem Gehege. Er hält ein rotes Spielzeug fest.

Junger Berberaffe Lu findet bei AAP ein neues Zuhause

Ein junger Berberaffe, kaum älter als eineinhalb Jahre, ist im Rettungszentrum von AAP in Spanien angekommen. Das Tier, das den Namen Lu erhalten hat, wurde auf den Straßen von Jouy-en-Josas in Frankreich entdeckt. Ein Seil um ihren Hals deutete darauf hin, dass sie wahrscheinlich illegal als Haustier gehalten wurde. Es ist wahrscheinlich, dass sie entweder entkommen ist oder ausgesetzt wurde.

Von den Straßen in Sicherheit

Lu wurde von der Französischen Agentur für Biodiversität (Office français pour la biodiversité) beschlagnahmt und zunächst im Zoo von Lumigny untergebracht, während die notwendigen Formalitäten für ihre Überstellung zu AAP abgeschlossen wurden. Berberaffen sind in den Mittleren und Hohen Atlasregionen Marokkos und in geringerem Maße in Algerien beheimatet. Sie leben in Gruppen von 20 bis 60 Tieren und erreichen die Geschlechtsreife zwischen dem 4. und 6. Lebensjahr. Die Art ist bedroht, und der internationale Handel mit wild gefangenen Berberaffen ist nach Anhang I des CITES-Übereinkommens verboten – auch wenn der Handel mit in Gefangenschaft gezüchteten Tieren unter bestimmten Auflagen erlaubt ist.

Ein Berberaffe liegt auf einer silbernen Rettungsdecke
Berberaffe Lu wurde mit einem Strick um den Hals gefunden.
Berberaffe Lu wurde mit einem Netz auf der Straße gefangen.

Positivlisten als Lösung

Lus Schicksal unterstreicht die Notwendigkeit einer EU-weiten Positivliste, die regelt, welche Arten legal als Haustiere gehalten werden dürfen. Eine solche Liste schützt nicht nur das Wohl der Tiere, sondern auch Menschen und die Umwelt. Frankreich, wo Lu gefunden wurde, arbeitet derzeit an der Einführung einer solchen Positivliste. Obwohl nationale Regelungen zum Handel mit Wildtieren ein wichtiger Schritt sind, enden die damit verbundenen Risiken nicht an den Landesgrenzen. Die ultimative Lösung muss auf EU-Ebene gesucht werden. AAP unterstützt nationale Regierungen nicht nur bei der Entwicklung und Umsetzung von Positivlisten, sondern setzt sich auch für eine europaweite Positivliste ein, um sicherzustellen, dass Tiere in der gesamten EU gleichmäßig geschützt werden.

Lu in Quarantäne – der erste Schritt zur Rehabilitation

Nach ihrer Ankunft im Rettungszentrum von AAP zeigte sich Lu zunächst nervös, erholt sich aber inzwischen gut. Sie befindet sich derzeit in Quarantäne, während die Ergebnisse bakteriologischer und parasitologischer Tests abgewartet werden. Lu hat jedoch visuellen Kontakt zu anderen Artgenossen, um ihre sozialen Fähigkeiten beurteilen zu können. Sobald die Quarantänezeit beendet ist, wird ihre soziale Rehabilitation mit anderen Primaten beginnen. Dieser Prozess ist entscheidend, damit sie natürliches Verhalten der Berberaffen erlernen kann.

Sobald es möglich ist, wird Lu an einen anderen Berberaffen herangeführt, um ihre soziale Integration zu fördern.

Berberaffe Lu in der Quarantäne bei AAP
Ein Berberaffe sitz an einem Fenster und spielt mit einem roten Spielzeug.
Berberaffe Lu wird so schnell wie möglich Artgenossen kennenlernen.

Affen als Haustiere in Deutschland

Leider dürfen auch in Deutschland Primaten als Haustier gehalten werden. AAP appelliert daher an die Politik: Es brauchte eine Positivliste für Heimtiere. Diese Liste definiert bundesweit, welche Tierarten als Haustiere geeignet sind und gehalten werden dürfen. Unabhängige Experten bestimmen die zulässigen Tierarten und können dabei Kriterien wie Tiergesundheit, Sicherheit und Artenschutz berücksichtigen.

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