Screenshot der Löwensichtung in Berlin

Löwin in Berlin: Probleme mit exotischen Haustieren

An einem gewöhnlichen Donnerstag entdeckten Anwohner am südlichen Stadtrand von Berlin eine Löwin, die sich später als Wildschwein offenbart. Umliegende Zoos und Zirkusse vermissen keinen Löwen, sodass der Verdacht zuerst nahe lag, dass das Tier einem Privathalter entlaufen ist. Die Haltung von Löwen ist in weiten Teilen Deutschlands legal. Tierschutzorganisationen wie AAP stehen unter immer größeren Druck, um die verlorenen, verwahrlosten und verletzen Tiere der Heimtierindustrie zu versorgen.

Der Vorfall zeigt, wie gefährlich es ist, Raubkatzen und andere exotische Tiere als Haustiere zu halten. In vielen Bundesländern sind Löwen derzeit als Haustiere erlaubt. Dieser und viele andere Vorfälle in der Vergangenheit (wie z. B. die Löwen Elsa und Marley) haben zu ernsthaften Bedenken hinsichtlich der Sicherheit und des Wohlergehens der Tiere und zu kostspieligen Unruhen in den örtlichen Gemeinden geführt.

Obwohl sich solche Vorfälle immer wieder ereignen, gibt es keine Bewegung in der Politik, die sich der Risiken annimmt. Währenddessen haben Belgien, die Niederlande und demnächst auch Spanien und Frankreich diese Risiken durch die Einführung einer Positivliste für geeignete Haustierarten bereits aufgelöst. Die Untätigkeit der Politik mag die Haustier-Hobbys einiger weniger begünstigen, gefährdet dafür aber ganze Gemeinden.

Die Löwenjungen Elsa und Marley wurden im Internet verkauft und in einem "Schuppen" gehalten. 2016 konnten sie ausbrechen und wurden von AAP gerettet.
Die Löwenjungen Elsa und Marley wurden im Internet verkauft und in einem "Schuppen" gehalten. 2016 konnten sie ausbrechen und wurden von AAP gerettet.

Tierschutzgesetze stärken

Das Tierschutzgesetz wird zwar derzeit überarbeitet, aber die Haltung exotischer Wildtiere scheint dabei keine Rolle zu spielen. AAP fordert Politiker auf, die Gefahren exotischer Heimtiere zu erkennen und jetzt zu handeln, indem sie eine Positivliste verabschieden. Eine solche Liste würde festlegen, welche Tierarten überhaupt für das Zusammenleben mit Menschen geeignet sind – basierend auf den Einschätzungen unabhängiger Experten. So wäre sichergestellt, dass nur passende Tiere im Wohnzimmer landen. Sowohl Tieren als auch Menschen würde damit Leid erspart bleiben. Europäische Nachbarn mit Positivlisten haben bereits deutliche Verbesserungen gemeldet.

Die aktuelle Überarbeitung des Tierschutzgesetzes eröffnet eine einzigartige Möglichkeit, Tierschutz in Deutschland zu stärken und verantwortungsvolle Haustierhaltung zu ermöglichen. Eine Positivliste ermöglicht es, ein sicheres Umfeld für Mensch und Tier zu schaffen. Entlaufene Hauslöwen wären damit auch endlich eine Sache der Vergangenheit.

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