Auf dem Bild sieht man Pavian Roco der in die Kamera schaut.

Exotische Tiere: Versteckspiel mit Medikamenten

Zweimal täglich zwei Tabletten für jedes Tier. Sieben Tage lang. Groß, bitter, aber notwendig – Roco und die anderen Paviane sind mit Parasiten infiziert. Was macht man, wenn Paviane oder andere exotische Tiere ihre Tabletten verweigern?

Wer Kinder oder Haustiere hat, kennt das Gefühl: Die Liebsten werden krank und irgendwie muss man sie dazu bringen, Medikamente zu nehmen. Tabletten – bitter. Ohrentropfen – eklig. Viele greifen hier zu Tricks. Medikamente in einem Stück Käse oder in einer lustigen Verpackung erscheinen plötzlich gar nicht mehr so fies. Auch unsere Tierärzte und Tierpfleger wenden solche Tricks an. Nur brauchen exotische Tiere einen anderen Umgang als Haustiere. Einen Löwe kann man schlechter behandeln als einen Stubentiger.

Eichhörnchen Longan sitzt auf einem Ast und knabbert an einer Erdnuss.
Exotische Tiere haben verschiedene Vorlieben. Eichhörnchen Longan ist z. B. ein großer Erdnussfan. Die Tierpfleger nutzen seine Leidenschaft aus, um ihm Medikamente mit Erdnussbutter unterzujubeln.

Exotische Tiere brauchen individuelle Behandlungen

Damit die Medikamente richtig wirken, erhält jedes Tier je nach Art und Größe eine individuelle Dosierung. Bei Gruppen oder Rudeln wird das kranke Tier kurz aus der Gruppe genommen. Gerade bei der Verabreichung von Medikamenten über das Futter würde sonst jeder etwas davon haben wollen. Die Pillen werden dann meist zerkleinert und mit etwas Schmackhaftem vermischt. Das Eichhörnchen Longan zum Beispiel liebt Erdnussbutter. Für den Japanmakaken Ayame gibt es Herztabletten mit Apfelsirup. Für den Berberaffen Torzan haben sich die Tierpfleger etwas ganz Besonderes einfallen lassen: Seine Tablette ist in einem hartgekochten Eigelb versteckt.
Berberaffe Torzan sitzt aufrecht und blickt frontal in die Kamera.
Manche exotischen Tiere sind Gourmets, z. B. Berberaffe Torzan. Um ihm Medikamente zu verabreichen, verstecken die Tierpfleger diese in einem gekochten Ei.

Vertrauen und Geduld

Roco und seine Gruppen wurden erfolgreich behandelt. Mit Apfelsirup auf Brot oder Fruchtsmoothies konnten die Tiere überzeugt werden. Nur Roco weigerte sich. Er musste schließlich mit der Suspension behandelt werden. Mit viel Ruhe und Geduld seitens der Tierpfleger und Vertrauen seitens Roco gelang auch diese Behandlung.

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