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AAP feiert 50-jähriges Bestehen

Fast 5000 Tiere in Not sind bisher gerettet worden - auch in Deutschland

Im April 2022 besteht die europäische Tierschutzorganisation AAP (Animal Advocacy and Protection) genau 50 Jahre. Damit zählt AAP zu den ältesten und größten ihrer Art in Europa. Den Grundstein im Jahr 1972 legte ein niederländisches Ehepaar, das privat verwahrloste exotische Tiere in Obhut nahm. Mittlerweile arbeiten bei AAP etwa 120 Angestellte in zwei Auffangstationen,  in den Niederlanden und Spanien. Sie nehmen exotische Säugetiere in Not aus ganz Europa auf, pflegen sie gesund und vermitteln sie weiter an Partner-Tierparks. Außerdem macht sich AAP europaweit stark für bessere Tierschutzgesetze: Gesetze, die dem Handel mit exotischen Haustieren Grenzen setzen, die Wildtiere in Zirkusse verbieten und die den illegalen Wildtierhandel effektiv bekämpfen.

Seit der Gründung von AAP im April 1972 hat die Organisation insgesamt 4.850 exotische Tiere aufgenommen: Etwa 1800 Primaten wie Schimpansen, Berberaffen, Paviane und Marmoset-Affen, 1700 kleinere exotische Säuger wie Nasenbären, Silberfüchse, Servale und Degus und auch etwa 60 Löwen, Tiger und Leoparden. Erst seit Mitte der 1990er Jahre hat sich AAP auf exotische Säugetiere spezialisiert. Davor wurden zusätzlich etwa 1000 Reptilien und 300 Vögel aufgenommen.

Manche dieser Tiere wurden von den Behörden beschlagnahmt, zum Beispiel aus Tierschutzgründen oder weil sie illegal gehandelt wurden. Andere Tiere wurden von überforderten oder desillusionierten Privatbesitzern abgegeben. Einige Tiere wurden von ihren Besitzern freigelassen, sind entlaufen oder stammen aus Zirkussen und Zoos.

Aus Deutschland hat AAP seit 2001 etwa 200 Tiere in Obhut genommen, darunter viele Primaten. Die Zahl der Anfragen für Aufnahmen aus Deutschland lag im gleichen Zeitraum bei etwa 1200 Tieren.

Riga history Amstelveen
Riga Reussien, einer der Gründer. Foto: Sabine Joosten.

AAPs Vision

AAP hat als Ziel, das Leid von exotischen Säugetieren in Europa zu beenden. Rettung und Rehabilitation allein genügen nicht. Um zuvorzukommen, dass Tiere unter elendigen Bedingungen gehalten werden, sind politische Lösungen nötig. In den vergangenen Jahrzehnten haben stets mehr EU-Länder Gesetze erlassen, für die AAP sich einsetzt: Zum Beispiel eine Positivliste, die den Handel mit exotischen Haustieren regelt oder ein Wildtierverbot in Zirkussen. Damit diese irgendwann in der gesamten EU gelten, wird sich AAP auch in Zukunft für bessere Tierschutzgesetze stark machen – auch wenn dies weitere 50 Jahre in Anspruch nimmt.

AAP-Geschäftsführer David von Gennep ist seit 1981 Teil der Organisation: „Wir sind stolz auf das, was AAP in 50 Jahren bewirkt hat. Wir freuen uns, dass wir in ganz Europa Mitstreiter haben und dass uns so viele Menschen im Einsatz gegen Tierleid unterstützen: Mit Spenden, ehrenamtlicher Arbeit oder moralischer Unterstützung wie Briefen oder Emails an uns. Nur so können wir den Strom von Anfragen für Tieraufnahmen bewältigen, der uns täglich erreicht. Und nur so können wir den Tieren das geben, was sie so dringend brauchen. Auch für die Zukunft haben wir uns viel vorgenommen.

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